auf die Plätze, fertig, L O S ...

Wenn ein Kind nicht richtig essen kann, wird das Leben der ganzen Familie von den „Mahlzeiten“ dieses Kindes bestimmt. Ausflüge, noch nicht mal Einkaufen ist ohne großen organisa-torischen Aufwand möglich, Übernachtungen oder Kurzurlaube nur mit einem Auto voll Spezialnahrung und Sondenequipment. Eine verspätete Mahlzeit bedeutet bis spät in die Nacht son-dieren, Gewichtsverlust, vermehrtes Erbrechen und Ähnliches. Das viele Erbrechen wirkt sich nicht nur auf den Verbrauch von Putzmittel oder häufigen Kleidungswechsel aus, sondern birgt auch ein erhöhtes Risiko für das Kind, immer wieder zu erkranken. Die Entwicklung des Kindes ist eingeschränkt, weil es nicht am öffentlichen Leben teilnehmen und in Kindergärten etc. mit anderen Kindern nicht in Kontakt kommen kann. 

Die Stimmung im Haus steigt und fällt mit Essen, Erbrechen, Gewichtszu- und abnahme. Die Blicke von Leuten in der Öffentlichkeit, die ein Kind mit Sonde sehen, sprechen Bände. Man fällt auf, passt nicht ins normale Weltbild. Selbst Familien-angehörige wissen nicht, was es heißt, sich 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr um ein Sondenkind zu kümmern. Die Eltern fühlen sich alleingelassen mit ihrem Problem, das viel komplexer ist als das, was die meisten darüber wissen.